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Tierschutzverein Immenstadt-Oberstaufen e. V.

Tierheim Unterzollbrücke in Immenstadt

Seit zweieinhalb Jahren leitet Iris Thalhofer

unser Tierheim Unterzollbrücke

Zeit für eine Zwischenbilanz

Auszug aus unserem Info-Aktuell  2011/2012

Erzählt von Iris Thalhofer

 

Es sind nun zweieinhalb Jahre her, dass ich die Leitung

unserer Tierheims übernommen habe. In dieser Zeit hat

sich viel ereignet  - positiv wie negativ. Es ist immer

wieder schön zu sehen, wenn unsere Schützlinge gut

vermittelt werden, d. h., wenn sich das Tier in seinem

neuen Zuhause wohl fühlt und die Besitzer glücklich mit

ihm sind. Wir freuen uns sehr, wenn uns Rückmeldungen über unsere „Ehemaligen“ erreichen  - sei es per Email, per Brief oder durch einen kurzen Telefonanruf. Ganz besonders freuen wir uns, wenn wir Fotos der vermittelten Tiere erhalten. Man sieht es ihnen förmlich an, dass sie sich nun rundum wohl fühlen.

 

Leider ist dies nicht allen vergönnt. Immer, wen ich in unsere Katzenzimmer gehe und mich umsehe, überkommen mich traurige Gedanken. Es leben nun mittlerweile ca. 20 Katzen bei uns, für die sich noch nie jemand interessiert hat. Es handelt sich zum Teil um scheue Tiere, zum Teil sind sie aber nur etwas schüchtern und brauchen ein wenig mehr Zeit, um sich an den Menschen zu gewöhnen. Ich bin überzeugt davon, dass sich so manche „schwer vermittelbare“ Tierheimkatze, die nicht gleich auf jeden Besucher losstürmt, in einem eigenen Zuhause nach einer gewissen Eingewöhnungszeit so wohl fühlen würde, dass sie sich auch dem Menschen öffnen und ihre Streichel– und Schmuseeinheiten einfordern würde.

 

Leider sind viel zu wenige Katzenfreunde bereit, die Zeit und Geduld aufzubringen, die solche Tiere benötigen. Ich wünsche mir sehr, dass einige unserer zurückhaltenden Miezen auch bald in den Genuss eines schönen Zusammenlebens mit „ihren“ Menschen kommen  - sie haben es sich verdient.

 

Das Tierheim sollte für jedes Tier nur eine Zwischenstation sein, niemals eine Endstation. Die Realität sieht leider anders aus. Mit ein Grund für diesen Zustand ist die Tatsache, dass immer mehr Katzenhalter ihre Tiere nicht mehr kastrieren lassen, sie aussetzen oder sich sonstwie nicht richtig um ihre Katzen kümmern. Dies bekommt unser Tierheim in den letzten Jahren deutlich zu spüren. Eine Kätzin muss nicht „einmal Junge bekommen“ und sie fängt auch nach der Kastration weiter Mäuse. Zudem werden viele Tiere nach der Kastration häuslicher und anhänglicher.

 

In diesem Jahr hatten wir so viele Baby– und Jungkatzen wie seit langem nicht mehr. Da es viel zu viele Katzenbabys gibt müssen diese oft lange Zeit im Tierheim warten, bis sie ein neues Zuhause finden. Oft kommen die Kätzchen mit starkem Ungezieferbefall oder sonstigen Krankheiten, wie Katzenschnupfen, Hautpilz, Durchfallerkrankungen zu uns. Uns machen dann nicht nur die hohen Kosten für die tierärztliche Behandlung und Medika-mente zu schaffen  - welche durch die Vermittlungsgebühr bei weitem nicht gedeckt werden. Es belastet uns auch sehr, wenn die kleinen „Fröschchen“ so krank sind und schon im Alter von wenigen Wochen notwendige Behand-lungen über sich ergehen lassen müssen. Dies alles müsste nicht sein, wenn alle Katzenhalter vernünftig wären und ihre Tiere rechtzeitig kastrieren ließen. Oft wird darüber diskutiert, welch großes Straßenhundeproblem die süd– und osteuropäischen Länder haben  - wir haben dasselbe Problem, nur mit den Katzen.

 

Es ist eine traurige Tatsache, das Tiere immer mehr um „Wegwerfartikel“ degradiert werden. Jeder zukünftige Tierhalter sollte sich genau über die Haltungsbedürfnisse seines gewünschten Hausgenossen informieren, bevor er ein Tier zu sich holt. Selbst eine kleine Maus hat bestimmte Bedürfnisse, die für eine artgemäße Haltung erfüllt werden müssen. Im Zeitalter des Internets ist es nicht mehr schwer, sich ausreichend zu informieren  - man muss nur wollen!

 

Gerade die sogenannten „Kleintiere“, wie Mäuse, Ratten, Meerschweinchen, Kaninchen usw., aber auch Vögel und seit neuestem Reptilien werden oft unüberlegt angeschafft. Wird das Tier lästig, macht es zu viel Arbeit, Schmutz und kostet es zu viel Geld, wird es ausgesetzt oder ins Tierheim gebracht. Dort gibt man es unter den fadenscheinigsten Ausreden ab. Kaum jemand sagt die Wahrheit, warum er das Tier nicht mehr halten kann oder will. Eine Aufnahmegebühr zahlen wollen die Abgeber auch nicht immer. „Ich habe kein Geld dabei“  oder „Ich kann nichts bezahlen“ ist immer mehr die Aussage, wenn über die Aufnahmegebühr gesprochen wird. Was meinen manche Menschen eigentlich, wie der Tierschutzverein das Tierheim finanziert? Die einen wollen nicht zahlen, wenn sie ihr Tier abgeben, den anderen ist die Vermittlungsgebühr zu hoch.

 

Leider hat auch das Tierheim keinen Goldesel. Wir müssen das Haus unterhalten, die Angestellten bezahlen, ebenso den Tierarzt, Medikamente, Katzenstreu, Futter (insbesondere Spezialfutter für kranke Tiere und Katzenbabys) usw. Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer wäre der Betrieb des Tierheims nicht möglich. Darum möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken bei unseren Ehrenamtlichen  - sie tragen ganz besonders dazu bei, dass wir unseren Tierheimbetrieb aufrecht erhalten können. Bitte bleiben Sie uns und unseren Schützlingen weiterhin treu!

 

Viele Tierfreunde, die keine Zeit spenden können, unterstützen uns durch Futterspenden, Sachspenden für die Tombola oder den Flohmarkt, aber auch durch Mundpropaganda, z. B. wenn sie sich ein Tier bei uns geholt haben, glücklich mit ihm sind und unser Tierheim weiterempfehlen. Hierdurch bekommt wieder einer unserer Schützlinge eine Chance auf ein neues Zuhause.

 

Sollte ein Tierliebhaber aus irgendwelchen Gründen selbst kein Tier halten können, bieten wir die Übernahme einer Patenschaft an. Patentiere sind in der Regel diejenigen Vierbeiner, die schwer oder gar nicht zu vermitteln sind. Der „Pate“ zahlt monatlich oder jährlich einen selbst bestimmten Betrag, welcher seinem Patentier zugute kommt. Wir freuen uns über jedwede Zuwendung, die uns erreicht, aber ganz besonders natürlich über die dringend notwendigen Geldspenden.

 

Sie können mit Ihrer Spende helfen, die laufenden Kosten für unser Tierheim zu tragen, die medizinische Versorgung der Tiere zu sichern und die hohen Kosten für die Kastration der vielen Fundtiere zu decken.

 

 

 

 

 

So hilft Ihre Spende:

 20,— €     kostet das Futter einer Katze im Monat

                 oder die Wurm– und Flohbehandlung einer Katze

 

 35,— €     reichen aus, einen Hund einen Monat zu ernähren

                   oder um ihn zu entwurmen oder zu entflohen.

 

 50,— €     benötigen wir für eine komplette Impfung für eine Katze

                 oder einen Hund oder um einen Kater zu kastrieren.

 

 70,— €     sind erforderlich, um einen Hautpilz zu behandeln

                 Oder eine notwendige Zahnbehandlung durchzuführen

 

100,— €    müssen wir aufwenden, um eine Kätzin zu kastrieren.

 

Ich bitte Sie von ganzen Herzen: Vergessen Sie unsere Tierheimtiere nicht und unterstützen Sie auch unsere anderen wichtigen Tätigkeiten, wie z. B. das Kastrieren herrenloser Katzen  - die Tiere und wir danken es Ihnen!