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Fassungslos, hilflos und unsagbar traurig ….

Diese 3 Worte beschreiben so in etwa meine aktuelle Gefühlslage.

 

Diego und Tiamo sind ein ca. 5 Monate altes Brüderduo und vor ein paar Tagen durch eine Kastrationsaktion bei uns gelandet. Tiamo ein echter Charmeur und Schmuser. Diego hingegen sehr ängstlich und fauchig. Hatte man ihn aber erstmal auf dem Arm, wurde aus dem Fauchen schnell ein Schnurren und die Augen werden entspannt zugemacht. Man hat die beiden sofort ins Herz geschlossen. Die beiden sind ein gutes Team, spielen und kuscheln zusammen, nur beim Fressen hört die Geschwisterliebe auf.

 

Es ist Montag, die beiden fordern wie immer ihr Frühstück ein. Diego allen voran, er hat was das angeht wirklich Ausdauer und beschwert sich lautstark. *schmunzel*

Nach dem Frühstück wird das Chaos der Rasselbande beseitigt. Die beiden haben Nachts unerlaubt eine interne Party gefeiert. Während ich putze flitzen Tiamo und Diego durch das Zimmer. Tiamo rennt am liebsten dem Wischer hinterher und immer genau dahin, wo man gerade aufräumt, vermutlich will er nur sehen ob ich das auch ordentlich genug mache. Diego hingegen sieht sich das ganze lieber mit etwas Sicherheitsabstand an. Er wartet ungeduldig bis man endlich fertig damit ist, weil das bedeutet es gibt eine kleine Portion Trockenfutter, und für Futter ist Diego immer zu haben. Nach dem Leckerli wird von den beiden ausgiebig Fellpflege betrieben, damit man dann, eng aneinander gekuschelt eine Siesta halten kann. *gäääähn*

Wenn die beiden ausgeschlafen haben wird das Zimmer aufs Neue erkundet, gespielt und vom Fenster aus die Vögel beobachtet. Nachmittags, wenn man dann mit dem Abendessen das Zimmer betritt, wird man von dem kleinen Opernsänger und seinem Bruder regelrecht überfallen. Die beiden geben mir dabei irgendwie immer das Gefühl, als wäre ich viel zu spät dran.

Woran das wohl liegt? *grins*

 

So sieht ein normaler Tag bei den beiden aus, doch dann kam alles anders!

 

Als wir am Dienstag mit dem Frühstück in das Zimmer kamen, wurden wir nur von Tiamo empfangen. Diego lag apathisch im Bettchen. Bei uns gingen sofort alle Alarmglocken an, da stimmt etwas ganz und gar nicht. Diego wollte nichts fressen und nicht aufstehen, man sah sofort, ihm geht es gar nicht gut. Welch Glück, unsere Tierärztin Dr. Sara Lumnitz, kommt jeden Dienstag zu uns ins Haus. Als das Thermometer endlich piepste, wussten wir auch warum. Diego hatte eine Körpertemperatur von 41 Grad. *Schock*

Die Medikamente haben nicht angeschlagen und die Temperatur stieg auf 42 Grad, da war klar, Diego muss schnellstmöglich in die Klinik. Am Tropf ging es ihm am Mittwoch etwas besser, er hat sogar eine kleine Portion gefressen, aber das Fieber wollte nicht wirklich sinken. Am Donnerstag hatte sich die Temperatur endlich neutralisiert, allerdings war er sehr schwach. Aber wir hatten Hoffnung, Diego bald wieder in die Arme zu nehmen und ihn zu seinem Bruder zurück bringen zu können. Doch dann kam am Freitag der große Schock mit voller Wucht zurück. Diego hatte nun plötzlich massive Untertemperatur und Durchfall, sein Zustand hat sich immer drastischer verschlechtert, und die Hoffnung schwand immer mehr. *schluchz*

Wir möchten an dieser Stelle ein riesengroßes Dankeschön an Frau Dr. Sara Lumnitz und das gesamte Team der Tierklinik Blaichach aussprechen, die wirklich immer ihr Bestes geben, so auch für unseren Diego.

Eingepackt in Rettungsfolie auf einem Wärmepad und zusätzlichen Wärmflaschen lag der kleine Schatz am Tropf und kämpfte ums Überleben, ein Schatten seiner selbst. Man kann es nicht glauben, ist er doch vor ein paar Tagen noch putzmunter durch das Zimmer geflitzt. Und nun, müssen wir ihn ziehen lassen, viel zu früh. *schluchz*

 

Es bricht einem das Herz, immer wieder aufs Neue. Und es sind immer wieder unsere Samtpfoten, die uns auffangen und uns Trost spenden, für die wir weiter machen, weil sie und brauchen, genauso wie wir sie brauchen. Wir machen einfach weiter, auch wenn uns in solchen Momenten nur noch zum Heulen zumute ist. Und wenn die Tränen kullern, werden sie von irgendeinem Fell aufgefangen und wir werden von einem monotonen Schnurren beruhigt, bis die Tränen trocknen. Tiere sind einfach die ehrlichsten und einfühlsamsten Wesen dieser Welt.

 

Lieber Diego, wir wünschen dir eine Gute Reise, komm gut über die Regenbogenbrücke. Es war etwas Besonderes, dich kennengelernt zu haben, auch wenn es viel zu kurz war. Wir werden auf deinen Bruder gut aufpassen und ihm durch viele Kuscheleinheiten Trost spenden.

 

Vielen Dank fürs Lesen, manchmal muss man sich den Schmerz einfach von der Seele schreiben.

 

„Egal wie groß oder klein die Pfoten sind, die mich begleitet haben, sie hinterlassen Spuren für die Ewigkeit in meinem Herzen!“

 

Eure Katharina

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Kommentare: 3
  • #1

    Katja Nickl (Dienstag, 20 Oktober 2020 15:24)

    Eine sehr,traurige Geschichte. Er wird immer in eurem Herz sein. Und ihr seid alle ein super Team und gebt, jeden Tag das beste für eure Tiere. LG

  • #2

    Dany (Dienstag, 20 Oktober 2020 17:52)

    Liebe Katharina, das ist unfassbar traurig. Ich habe den kleinen Schatz leider nicht kennengelernt und trotzdem musste ich beim Lesen weinen. Ich verstehe nur zu gut dass das immer wieder schmerzt wenn man ein Tier verliert. Kopf hoch, LG Dany

  • #3

    Uschi (Dienstag, 20 Oktober 2020)

    Alles gute für den Kleinen über die Regenbogenbrücke.
    Euch Trost und Dank für so viel Einsatz.