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Wenn zwei Hunde stiften gehen...

Es ist Freitag der 21. August 2020, morgens kurz vor 8.00 Uhr im Tierheim Immenstadt. Das Telefon klingelt. Ein Hundebesitzer fragt nach ob seine zwei ausgebüchsten Hunde bei uns im Tierheim abgegeben worden seien. Wir verneinen. Der Hundebesitzer erzählt...

 

Er habe die Polizei darüber informiert, dass besagte zwei Hunde irgendwo rumstreunen. Diese wiederum eröffnete ihm, die Hunde seien bereits eingefangen worden. Ein Mann habe sich bei der Polizei gemeldet und sie hätten ihn an das Tierheim verwiesen. Wir versprachen sofort anzurufen, sollten die Hunde bei uns eintreffen.

 

Etwa gegen halb neun klingelten dann zwei besorgte Hundebesitzer bei uns am Tierheim. Nochmaliges nachfragen - keine Hunde da. Es stellte sich im Gespräch noch heraus, dass bei der Polizei keinerlei Daten des Mannes aufgenommen worden waren. Unruhe und ein wenig Panik machte sich breit. Wo waren die Hunde? Wir versuchten die zwei zu beruhigen und versprachen erneut uns zu melden sobald die Hunde auftauchen würden.

 

Wir entdeckten auf unserer Telefonliste einen Anruf per Handy um kurz vor 7.00 Uhr. Wir wählten die Nummer, nur klingeln, keiner nahm ab. Wir informierten die Besitzer der Hunde über unseren "Fund" und versicherten, wir würden es immer weiter auf dem Handy probieren.

 

Gegen 9.30 Uhr klingelte erneut das Telefon.  Dieses mal mit der Botschaft: "Ist bei Euch jemand im Tierheim? Ich habe zwei fremde Hunde im Auto und bin auf dem Weg zu euch."

Wir haben die Besitzerin natürlich sofort informiert. Was für eine Erleichterung!

 

Die Polizei schickte den Finder tatsächlich einfach weiter zu uns. Nur ist morgens um 6.30 Uhr eher selten jemand bei uns zu erreichen.

 

Der Finder hatte ein Vorstellungsgespräch um 8.00 Uhr. Darum war er nicht erreichbar.

Er hat sich, trotz allem Termindruck, rührend um die Hunde gekümmert. Sie wurden von ihm sogar mit Wasser versorgt.

Er sagte uns, er selbst sei auch glücklicher Besitzer von zwei Hunden.

 

Die Besitzerin hatte Tränen der Erleichterung und Freude in den Augen, als sie ihre Hunde in Empfang nahm. Auch die Hunde freuten sich enorm. Sie fragte den Finder wo er denn die Hunde eingesammelt hätte. Der Mann erzählte es ihr.

 

Die Hundebesitzerin war sehr erstaunt, jetzt konnte sie sich ein Bild von der Situation machen.

Sie erzählte: Um kurz nach 6.00 Uhr machte sie sich am Freitagmorgen auf den Weg zur Arbeit. Die Hunde nutzten wohl einen unbemerkten Augenblick um stiften zu gehen und um  ihr Frauchen zu suchen. Allerdings suchten die zwei Ausreißer am falschen Ort.  Wie sich herausstellte ist die Besitzerin vor kurzem umgezogen. Gar nicht weit weg nur etwa zwei Kilometer weiter, allerdings auf die andere Seite einer Bundesstraße. Am Donnerstag, also einen Tag vorher war sie nochmals an der alten Wohnung und die Hunde waren mit dabei.

Des Rätsels Lösung war einfach: die Hunde sind nur zurück in ihr altes Zuhause gelaufen weil sie dachten sie würden dort ihr Frauchen finden. Es versetzte der Besitzerin einen gehörigen Schreck, als sie realisierte, dass die beiden Hunde die Bundesstraße überquert hatten. Zum Glück ist das alles gut ausgegangen! Hunde und Menschen sind überglücklich!

 

Wir lernen daraus und haben eine Bitte an Euch da draußen:

Wenn ihr ein Tier findet und keine Zeit habt es gleich bei uns vorbeizubringen oder wir nicht vor Ort sind bitte sprecht auf unseren Anrufbeantworter.

Die beiden Hundebesitzer waren wirklich sehr besorgt und haben sich in den Stunden der Ungewissheit die tollsten Dinge ausgemalt.

Das kann jeder Tierbesitzer nachfühlen, nicht wahr?

Und an die Damen und Herren der Polizei: Bisher hat die Zusammenarbeit mit Euch immer super geklappt. Bitte notiert doch das nächste Mal einfach die Daten des Finders, das beruhigt die Nerven von uns Tierhalter enorm.

Kommentare: 1
  • #1

    Simone (Samstag, 22 August 2020 12:49)

    Tolle Geschichte!